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Literatur: Das Sprachrohr einer Klinik

Der Erfolg wissenschaftlicher Arbeiten wird an der Qualität und Anzahl wissenschaftlicher Publikationen gemessen, die die Ergebnisse dieser Arbeit in die Öffentlichkeit tragen.

Hier besteht also ein Wertmaßstab, der sich eindrucksvoll von den Werteskalen im üblichen Leben unterscheidet.

Ein junger hart arbeitender Angestellter eines Industrieunternehmens wird seinen Erfolg u.a. am Preis des Autos, der Größe seines Hauses oder den Zielen seiner Urlaubsreisen erkennen können.

Ein junger hart arbeitender Wissenschaftler findet bei erfolgreicher Tätigkeit sein Honorar in Form von Publikationen, also von einigen Seiten bedruckten Hochglanzpapieres.

Wobei natürlich nicht Papier gleich Papier ist. Es gibt das Papier hochrenommierter und weltweit verbreiteter Fachzeitschriften, quasi mit Gold aufwiegbares gedrucktes Renommee, es gibt Mittelklassepapier, auch dieses immer noch hochwertig, jedoch schon eher etwas Übliches, und dann gibt es die Papiere minderen Klassements, Papier, auf dem die Ergebnisse bescheidener oder gar minderwertiger Studien veröffentlicht werden.

Das medizinische Schrifttum umfasst aber nicht nur Artikel, die die Ergebnisse neuer wissenschaftlicher Studien mitteilen, sondern auch Arbeiten, die reinen Fortbildungscharakter haben, Übersichtsarbeiten zu bestimmten diagnostischen oder therapeutischen Problemen, zusammenfassende Darstellungen des aktuellen Wissenstandes für diejenigen, die selbst nicht in den wissenschaftlichen Betrieb integriert sind sondern sich eher als Konsumenten von Forschungsergebnissen begreifen.

Auch hier gibt es natürlich Standesunterschiede: Übersichtsarbeiten im Bereich internationaler Meinungsbildung, Review-Artikel, die auch der Fortbildung von Wissenschaftlern dienen, hochrangige nationale Fortbildungszeitschriften, die niedergelassenen und Klinikärzten dienstbar sein sollen. Und auch hier schließlich existieren Zeitschriften begrenzter Reputation, gelegentlich sogar solche, in denen man besser nicht veröffentlicht.

Zumindest, was die wissenschaftlichen Zeitschriften angeht, existieren Bewertungsmaßstäbe, die es erlauben, den Wert von Zeitschriften festzulegen. Gemessen wird dieser z.B. in Form des "Scientific Impact", also der Einflussnahme auf den Wissenschaftsbetrieb, den eine Zeitschrift ausübt, bestimmt z.B. in Form des "Science impact factors".

Gezählt wird dabei, wie oft durchschnittlich die Arbeiten einer Zeitschrift im internationalen Schrifttum zitiert werden, man misst dieses mittels Science Citation Index.

Hier gibt es die weltweit führenden Spitzenreiter, die ungezählte Impactpunkte auf sich vereinigen, z.B. Nature oder Science. Es folgen bei den Medizinern die höchstwertigen klinischen Journale wie das New England Journal of Medicine, Lancet, American Journal of Medicine. Hier sind es deutlich mehr als 10 Impactpunkte. Dann gibt es die höchstrenommierten Zeitschriften einzelner Fachrichtungen mit 4-10 Punkten, z.B. das Journal of Bone and Mineral Research oder Osteoporosis International für das Gebiet der Stoffwechselkrankheiten der Knochen. Und dann gibt es den großen Rest, also die Zeitschriften für die 0,1 - 2 Punkte vergeben werden.

Auf der einen Seite also der Porsche als Erfolgskriterium, auf der anderen Seite der Impact Faktor bei Publikationen. Welten trennen beide Formen eines Erfolgsnachweises.

Welche Chancen kann dabei ein im Kurort, also in der wissenschaftlichen Provinz angesiedeltes Forschungsinstitut im Vergleich zu den großen Einrichtungen des Landes an Universitäten und in Max-Planck-Instituten haben?

Es mag verwundern, aber zu scheuen brauchen wir den Vergleich nicht. Das Literaturverzeichnis zeigt, dass es inzwischen Bad Pyrmonter Duftmarken nicht nur im New England Journal of Medicine, im Lancet und in den Annuals of Internal Medicine gibt, sondern auch im Journal of Bone and Mineral Research, Osteoporosis International, dem Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism der American Endocrine Society und Opinions in Endocrinology and Metabolism.

Natürlich erfüllen wir auch unsere heimatlichen Pflichten, erkennbar in Fortbildungsarbeiten u.a. in der "Medizinischen Klinik" und im Deutschen Ärzteblatt.

Wissenschaftliche Vorträge gab es auch schon bei der Jahrestagung der American Society for Bone and Mineral Research, beim Weltkongress Osteoporose in Chicago und natürlich auch bei den Jahrestagungen der deutschen Fachgesellschaften für Innere Medizin, Orthopädie oder aber Osteologie.

Bad Pyrmonter Stellungnahmen zur Osteologie erschienen inzwischen im Bundesanzeiger für Gesundheit ebenso wie in sozialmedizinischen Zeitschriften.

Und nicht zuletzt wurden zwei Lehrbücher zur Osteologie, beide im Thieme-Verlag, von Pyrmonter Osteologen herausgegeben, zwei Patientenratgeber sind in Vorbereitungen, einer von ihnen wird noch in diesem Jahr (2003) erscheinen.